Hebammenleistungen - Wobei dir deine Hebamme helfen kann und was die Krankenkasse zahlt

 

Wobei kann deine Hebamme dir eigentlich alles helfen? Und was wird von der Krankenkasse gezahlt? Lese und staune, wie umfangreich die Hebammenleistungen in Deutschland sind.  

 

 

Diese Hebammenleistungen zahlt deine Krankenkasse

Jedes Jahr arbeiten die Hebammen und die Krankenkassen einen Leistungskatalog aus, der es allen werdenden Mutter ermöglicht, über ihre Krankenkasse kostenlos Hebammenleistungen in Anspruch zu nehmen. Was das für dich als Schwangere bedeutet und welche Leistungen die Hebammen außerdem anbieten, erfährst du hier.

Tipp für privat Versicherte: Die privaten Krankenversicherungen orientieren sich bezüglich der Leistungen an den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKVen). Erkundige dich frühzeitig bei deiner Krankenkasse darüber, welchen der gesetzlichen Leistungen übernommen werden und welche Zusatzangebote inklusive sind. Vielleicht ist für dich auch ein Krankenkassenwechsel sinnvoll.    

Hebammenleistungen - Das zahlt deine Krankenkasse

Vorsorge während der Schwangerschaft

Während deiner Schwangerschaft ist die Hebamme vor allem da, um dich in allen möglichen Fragen zu beraten und wichtige Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Hierfür übernehmen die GKVen folgende Leistungen:

  • Ein Vorgespräch (plus ein weiteres bei beabsichtigter Hausgeburt)
  • Bis zu 12 Beratungen (auch telefonisch): Übliche Beratungsthemen in Verbindung mit der Schwangerschaft sind z.B. Ernährung, Sexualität, Sport und Reisen. Es können aber auch Sorgen, Ängste oder Probleme besprochen werden, z.B. wirtschaftliche oder soziale Probleme oder Ängste bezüglich der Geburt.
  • Alle Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft außer Ultraschalluntersuchungen:
    Du kannst die Vorsorgeuntersuchungen zwischen deiner Hebamme und deinem Frauenarzt aufteilen. Da Hebammen keine Ultraschalluntersuchungen anbieten, solltest du die drei planmäßigen Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall auf jedem Fall beim Frauenarzt durchführen lassen. Alternativ kann dein Arzt auch die komplette Vorsorge übernehmen. Üblich ist auch, dass dich die Hebammen und dein Frauenarzt in einem Rhythmus von vier Wochen mit den Vorsorgeuntersuchungen abwechseln.
    Tipp: Überlege dir, bei wem du dich für die Vorsorge am besten aufgehoben fühlst und sprich im Vorfeld mit deiner Hebamme, ob dies für sie in Ordnung ist.
    Folgende Leistungen kann die Hebamme im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen durchführen: Gewicht und Blutdruck kontrollieren, Urin auf Eiweiß und Zuckergehalt testen, Blutuntersuchungen machen (hierzu auch Blutabnahme), Stand der Gebärmutter kontrollieren, Herztöne, Lage, Stellung, Haltung und Größe des Kindes überprüfen, Dokumentation im Mutterpass.
  • Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden, Vorwehen und der sich ankündigen Geburt
  • Überwachung durch CTG (Herztöne und Wehen)

Geburtsvorbereitungskurs

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen dir einen Geburtsvorbereitungskurs.

  • Kursinhalte: Im Kurs informiert dich die Hebamme über den Verlauf deiner Schwangerschaft, mögliche physische Veränderungen deines Körpers und potenzielle psychische Probleme. Darüber hinaus informiert sie dich über deine Möglichkeiten der Geburt und deren potenzielle Abläufe und Komplikationen. Weitere Themen drehen sich um das Wochenbett und die ersten Wochen mit dem Baby. Du lernst außerdem Entspannungsübungen und hilfreiche Massage- und Atemtechniken
  • Kursarten: Einige Kurse finden wöchentlich statt, andere als Crashkurs am Wochenende. Du hast hier die Wahl zwischen einem reinen Frauenkurs oder einem Paarkurs. Planst du einen Paarkurs, dann erkundige dich vorher bei der Krankenkasse, ob die Teilnahme deines Partners auch übernommen wird. Dies ist in der Regel nicht der Fall. Manche Krankenkassen bezuschussen dies aber. Nachfragen lohnt sich also! Mittlerweile finden neben konventionellen Kursen auch Online-Kurse statt. Wer keinen “normalen” Kurs besuchen kann, hat nun auch von zuhause aus die Möglichkeit, sich vorzubereiten.
  • Der richtige Zeitpunkt: Plane den Kurs am besten etwa für die Zeit um die 20. Schwangerschaftswoche (vor allem wenn es ein wöchentlicher Kurs ist, der sich über mehrere Monate erstreckt). Dann bist du auf der sicheren Seite.
  • Anmeldung: Wie bei der Hebammensuche zählt auch beim Geburtsvorbereitungskurs die Devise: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Melde dich also frühzeitig an. Ansonsten können diese Kurse schnell voll sein.

In unserem Online-Kurs Organisiere deine Schwangerschaft – Mein Plan. Meine Sicherheit. erfährst du ganz detailliert, was du zu Geburtsvorbereitungskursen wissen musst, wie du einen passenden für dich findest und bis wann du dich anmelden musst.  

Geburt

Du kannst frei wählen (oder zumindest planen), wie und wo du dein Baby zur Welt bringen möchtest und hast folgende Möglichkeiten:

  • Klassische Geburt in einer Klinik (Klinikgeburt)
  • Beleggeburt: Zusammen mit deiner Beleghebamme* in der Klinik
  • Entbindung in einem Geburtshaus (Geburtshausgeburt)
  • Hausgeburt

Grundsätzlich übernimmt deine Krankenkasse die Kosten der Geburt und somit auch die Leistungen der Hebamme. Wenn du eine außerklinische Geburt planst, wird deine Hebamme eine mehrwöchige Rufbereitschaft mit dir vereinbaren. Das ist leider keine gesetzliche Kassenleistung und wird von den gesetzlichen Krankenkassen entweder freiwillig oder nur teilweise übernommen.

Bei Hausgeburten kommt außerdem oft eine weitere Aufwandspauschale dazu, die in der Regel privat zu zahlen ist. Die Kosten hierfür erfährst du im Gespräch mit der Hebamme im Geburtshaus. Einige Geburtshäuser berechnen außerdem eine Betriebskostenpauschale. Diese wird von einigen (jedoch nicht allen) Krankenkassen übernommen.

Die Geburt ist das zentrale Highlight deiner Schwangerschaft. Es gibt hierbei so viele Möglichkeiten und so vieles zu beachten. Damit sie für dich ein individuelles und schönes Ereignis wird, Haben wir für dich das Kapitel “Plane deine Traumgeburt” ausgearbeitet. Indem du es bearbeitest, erfährst du, welche Möglichkeiten zu hasst und was du sonst noch wissen musst.

Wochenbettbetreuung

Die ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt werden als Wochenbettzeit (im weiteren Sinne) bezeichnet. Für diese Zeit sind mehrere Hausbesuche durch deine Hebamme vorgesehen, die du individuell mit ihr abstimmen und in Anspruch nehmen kannst.
  • So oft kommt die Hebamme: In den ersten zehn Tagen (Wochenbett im engeren Sinne) kann die Hebamme täglich – in besonderen Fällen auch zweimal täglich – zu dir nach Hause kommen. In den ersten acht Wochen zahlen die gesetzlichen Krankenkassen bei Bedarf bis zu weitere 16 Besuche. Solltest du auch danach noch Hilfe benötigen, kann deine Hebamme auch auf ärztliche Verordnung weiterhin zu dir kommen. Bei Stillproblemen sind vier weitere Hausbesuche (ohne Attest) möglich. Neben dem Hausbesuch kann die Wochenbettbetreuung auch in der Klinik, im Geburtshaus oder telefonisch erfolgen.
  • Das macht die Hebamme: Während dem Wochenbett kümmert sich die Hebamme um dein körperliches und geistiges Wohl und um das deines Kindes. Sie schaut, ob sich dein Körper gut von der Geburt erholt und zurückbildet und zeigt dir erste Rückbildungsübungen. Sie berät dich (und deinen Partner) zu Babyversorgung und -pflege, seiner Ernährung, dem Stillen und zur Beikosteinführung. Die Hebamme kann außerdem die Vorsorgeuntersuchung U1 des Babys durchführen und darf bei Bedarf Blut nehmen.
Tipp: Die Wochenbettbetreuung steht Frauen sogar bei einer Adoption zu. Auch wenn du eine Fehlgeburt erleben musstest, unterstützt dich die Hebamme. Sie ist entsprechend geschult und kann dir mit Rat, Trost und Hilfe beiseite stehen oder den Kontakten zu passenden Ansprechpartnern aufbauen.

Rückbildungskurs

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen dir einen zehnstündigen hebammengeleiteten Rückbildungskurs. Du solltest frühestens 6 Wochen nach der Geburt starten. Im Kurs zeigt dir eine Hebamme gezielte Übungen zur Regenerierung deines Körpers, besonders für den Beckenboden und die Bauchmuskeln. Die Übungen helfen, späteren Beschwerden wie Gebärmuttersenkung oder unwillkürlichem Harnabgang vorzubeugen. Auch die Seele wird gestreichelt: Fragen und Probleme kannst du direkt in der Gruppe anbringen. Und du wirst feststellen, dass du mit deinen Sorgen nicht allein bist. Genau wie beim Geburtsvorbereitungskurs solltest du dich zeitig um einen Termin bemühen. Denn die Kurse sind schnell ausgebucht. Für eine Kostenerstattung muss der Kurs bis zum neunten Monat nach der Geburt abgeschlossen sein. Auch zum Rückbildungskurs haben wir für dich ein umfangreiches Informationsangebot in unserem Online-Kurs Organisiere deine Schwangerschaft – Mein Plan. Meine Sicherheit ausgearbeitet. Hier erfährst du unter anderem, welche Kursarten es am Markt gibt, welcher am besten zu dir passt, wann du idealerweise mit dem Kurs startest und wann und wie du dich am besten anmeldest.

 

Wobei kann mir meine Hebamme noch helfen?

Neben den gesetzlichen Leistungen bieten die Hebammen auch oft zusätzliche Privatleistungen an:

  • Beratungsangebote: Kinderwunschberatung, Säuglingspflege, Hypnobirthing, Bachblütenberatung
  • Individuelle Angebote: Massagen, Akupunktur, Dorntherapie, Kinesio-Taping, Osteopathie, Shiatsu (Achtung: Die Kosten mancher dieser Angebote werden bei Schwangerschaftsbeschwerden durch die Krankenkasse übernommen. Frage hierzu vorher nach.)
  • Schwangerschaftskurse und Mama-Kurse: Yoga, Fitness, Pilates, Tanzkurse
  • Babykurse: PEKiP, FenKid, Babymassage

Fühlst du dich in einem bestimmten Thema noch unsicher oder möchtest einen Kurs mit deinem Baby machen? Dann erkundige dich doch bei den Hebammen in deiner Nähe. Tipp: Viele Krankenkassen übernehmen im Rahmen von Zusatzleistungen oder Bonusleistungen teilweise oder komplett die Gebühren für solche Kurse oder Leistungen. Nachfragen lohnt sich!  

 

Wo sind die Hebammenleistungen genau geregelt?

Jedes Jahr kommen Vertreter der Hebammen und der Krankenkassen zusammen, um die gesetzlichen Hebammenleistungen abzustimmen. Sie erstellen einen Leistungskatalog, der es allen werdenden Mutter ermöglicht, über ihre Krankenkasse kostenlos die Hebammenleistungen in Anspruch zu nehmen. 

Du willst es ganz genau wissen? Dann lies im „Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe nach § 134a SGB V“ nach. In den Mutterschafts-​Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) des deutschen Gesundheitswesens findest du außerdem Informationen dazu, wie und welchem Umfang Schwangere von den Hebammen und Vertragsärzten im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung betreut werden.  

 

 

Zusammenfassung 

Die wichtigsten Hebammenleistungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt

Viele Hebammen bieten zusätzliche Leistungen an, die privat bezahlt werden müssen

Hebammen können einen Großteil der Schwangerschaftsvorsorge durchführen; die Ultraschalluntersuchungen macht der Frauenarzt

Falls deine Hebamme dich bei der Geburt begleiten soll, brauchst du eine Beleghebamme oder eine selbstständige Hebamme, die Geburten anbietet

Wer es genau wissen will: Gesetzestexte & Richtlinien

Den Vertragstext zu den Hebammenleistungen liest du im „Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe nach § 134a SGB V“ nach.

Wie und welchem Umfang Schwangere von den Hebammen und Vertragsärzten im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung betreut werden, liest du in den Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) des deutschen Gesundheitswesens.

Nächstes Thema:

Kenne die Unterschiede bei den Hebammen und Geburtshelfern

Hebammen und Geburtshelfer - So unterscheiden sie sich

Vorsorgehebamme – Nachsorgehebamme – Beleghebamme – Doula. Brauche ich die alle? Wir stellen dir vor, was sich hinter den verschiedenen Begriffen verbirgt. Und wir sagen dir, welche Unterschiede es bei den Hebammen gibt und welche der Hebammen die richtige für dich ist.

Weiterlesen »

Kennst du alle deine wichtigen To Do's in der Schwangerschaft?

Hol' dir die kostenlose Checkliste: Meine To Do's in der Schwangerschaft
Zur Checkliste

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 

Madlen von 40 Wochen

 

Hallo, ich bin Madlen – Zweifach-Mama aus Leidenschaft.

 

Deshalb betreue ich meine Kinder (Merle *2016 und Lenny *2019) jeweils die ersten drei Jahre selbst zusammen mit meinem Mann. Während meiner ersten Schwangerschaft fühlte ich mich mit dem Zusammensuchen aller Infos im Internet wie auf Glatteis. Also freute mich sehr, als mein Arbeitgeber mir eine kleine Liste mit den wichtigsten Behördengängen und Fristen zur Verfügung stellte. Dass das jedoch längst nicht alles war und noch viel mehr Themen auf mich warten würden (wie zum Beispiel den Steuerklassenwechsel oder die Möglichkeit eine Haushaltshilfe zu beantragen), stellte ich aber leider erst viel später fest. Deshalb reifte in mir schnell der Entschluss, dass es nicht jeder (Erstlings-)Mutter so gehen soll. So wurde die Idee zu 40 Wochen geboren. Ich freue mich so sehr, nun meine Leidenschaft mit dir und allen Müttern zu teilen. Und allen die dies hassen, Dinge zu planen und zu strukturieren oder Checklisten anzulegen (denn das mache ich wirklich gern), helfen zu können. Und nun: Verirre dich nicht im Behördendjungel, sondern leg‘ die Füße hoch, feiere deine Vorfreude und sei die beste Mama für dein Baby!

 

Deine Madlen von 40 Wochen