http://vierzig-wochen.de/wie-du-in-5-schritten-die-ideale-hebamme-findest/

 

Sobald du weißt, dass du schwanger bist, solltest du dir eine Hebamme suchen. Warum jetzt schon? Erstens sind gute Hebammen (ähnliche wie KITA-Plätze) schnell „ausgebucht“. Und zweitens: Solltest du Probleme in der Schwangerschaft haben, so kann dir die Hebamme auch jetzt schon helfen. Aber wie findet man die ideale Hebamme? Wir sagen dir, wie du step by step vorgehst. Und wir verraten dir alles, was du sonst noch wissen musst.

 

In 5 Schritten zur idealen Hebamme

 

So gehst du vor:

1. Erkunde den “Hebammenmarkt” in deiner Nähe

Hast du deine Schwangerschaft schon bekannt gegeben, dann frage am besten deine Freundinnen, Nachbarinnen und Bekannte nach Empfehlungen. Ist eine Schwangerschaft noch geheim? Dann gehe den konventionellen Weg: Du findest sie über die Top 10 deiner Lieblingssuchmaschine oder über entsprechende Serviceportale wie dem Hebammenverband oder auf hebammensuche.de. Bist du eher der Offline-Typ? Dann findest du Hebammen in deiner Nähe in den örtlichen Hebammenlisten, die in Arztpraxen und Ämtern ausliegen. Achte darauf, dass du den Umkreis zur Hebammensuche nicht zu weit ausdehnst. Denn kurze Wege können in der Schwangerschaft Gold wert sein.

2. Mache eine Liste

Screene deine Suchergebnisse und lege dir eine kleine Hebammenauswahl-Liste an, damit du den Überblick nicht verlierst.

3. Telefoniere deine Liste ab

Telefoniere anschließend alle Hebammen auf deiner Liste ab. Da sich die meisten Hebammen tagsüber um die werdenden oder frisch gebackenen Mamas kümmern, wirst du in der Regel nur den Anrufbeantworter erreichen. Nenne neben deinen Kontaktdaten am besten auch gleich den errechneten Geburtstermin, damit die Hebamme dir beim Rückruf direkt sagen kann, ob sie noch einen Platz für dich frei hat. Hast du konkrete Vorstellungen zu deiner Schwangerschaft oder Geburt, so kannst du das auch direkt erwähnen. Falls du zum Beispiel eine Hausgeburt planst, frage direkt nach, ob die Hebamme dies anbietet.

4.Vereinbare einen Termin

Hat die Hebamme noch Kapazitäten, wird sie dir ein Vorgespräch anbieten, um dich kennenzulernen.
Wichtig: Verzichte auf ein übertriebenes Hebammencasting! Versuche, zunächst einen Termin mit der Favoritin auf deiner Hebammenliste zu vereinbaren. Denn die Krankenkasse zahlt nur einmal ein Vorgespräch. Das heißt, die Kosten für das Kennenlernen jeder weiteren Hebamme musst du aus eigener Tasche bezahlen.
Ist dir eine Hebamme am Telefon bereits unsympathisch oder passen eure Vorstellungen nicht zueinander? Dann ist hier keine falsche Höflichkeit oder Wohlgefallen angesagt. Teile der Hebamme direkt mit, dass es nicht passt. Denn sonst stiehlst du euch beiden viel Zeit und Energie.

5. Lerne die Hebamme im Vorgespräch kennen

Für das Vorgespräch lädt dich die Hebamme in ihre Praxis ein, um dich zu treffen. Oder sie kommt direkt zu dir nach Hause. Nun könnt ihr final herausfinden, ob die Chemie zwischen euch stimmt und ob du dich bei ihr wohlfühlst. Jetzt kannst du alle weiteren offenen Fragen zu klären. Die Hebamme schaut sich deinen Mutterpass an und bespricht mit dir alle Formalitäten: Ihr schließt einen Betreuungsvertrag, sie bekommt die Daten deiner Krankenkasse und du musst den Vorschriften zum Datenaustausch nach dem aktuellen Datenschutzgesetz zustimmen. Bereite dich am besten gut auf das Gespräch vor um herauszufinden, ob die Hebamme gut zu dir passt. Wie du das machen kannst, liest du im nächsten Abschnitt.

 

Tipp: Welche Hebammen-Leistungen die Krankenkassen neben dem Vorgespräch zahlen, findest du im Beitrag Hebammenleistungen.

Worauf sollte ich bei der Suche noch achten?

Damit du die für dich beste Hebamme findest, haben wir für dich eine Checkliste zur Hebammensuche ausgearbeitet. Damit kannst du dir klar darüber werden, welche Vorstellungen du von deiner Traum-Schwangerschaft und deiner Wunsch-Geburt hast und was du von der Betreuung erwartest. Wenn du die Checkliste vor dem ersten Kennenlernen der Hebammen ausfüllst, findest du schon vor dem ersten Treffen (zum Beispiel bei der Terminvereinbarung) mit wenigen Fragen heraus, ob die Hebamme zu dir passt. Achtung: Bitte nicht im Optimierungswahn verstricken: Auch wenn du alle Daten und Fakten schwarz auf weiß hast, sollte am Ende immer dein Bauchgefühl ausschlaggebend für deine Wahl sein.

 

Welche Unterschiede gibt es bei den Hebammen?

Angestellte Hebammen, freiberufliche Hebammen, Beleghebammen – Wie unterscheiden sie sich? Diese Frage klären wir in unserem Artikel zu Hebammen und Geburtshelfern. In dem Beitrag erfährst du außerdem, welche Hebamme bei welcher Form (und welchem Ort) der Geburt passend ist.  

 

Welche Hebammenleistungen stehen mir eigentlich zu?

Hebammen können einen Großteil ihrer angebotenen Leistungen über die gesetzlichen Krankenversicherungen abrechnen. Dazu gehören vor allem Leistungen rund um deine Schwangerschaftsvorsorge, Geburtsvorbereitungskurse, die Geburt an sich, die Wochenbettbetreuung und die Rückbildung. Erfahre in unserem Special: Hebammenleistungen, was genau du alles in Anspruch nehmen kannst.  

 

Was muss ich tun, wenn ich mein Kind mit meiner eigenen Hebamme zur Welt bringen will?

Fast 99% aller Frauen in Deutschland bringen ihr Baby in einer Klinik zur Welt. Dabei lernt die Frau vorher die Hebammen für gewöhnlich nicht kennen. Einerseits arbeiten mehrere Hebammen auf den Geburtsstationen. Andererseits kann man im Vorfeld nicht genau sagen, wann das Baby kommen möchte und auch der Schichtplan im Krankenhaus hält sich nicht an die Vorlieben der werdenden Mütter.

Du hast drei Möglichkeiten, wie du dein Kind trotzdem zusammen mit einer Hebamme zur Welt bringen kannst, die du vorher schon kennst:

  1. Du möchtest mit deiner Hebamme im Krankenhaus gebähren? Dann suche dir gleich zu Beginn der Schwangerschaft eine Beleghebamme. Was Beleghebammen machen, liest du im Artikel “Hebammen und Geburtshelfer”.
  2. Du bekommst dein Baby in einem Geburtshaus. Hier arbeiten normalerweise auch mehrere Hebammen zusammen. Aber in den meisten Geburtshäusern wird großen Wert darauf gelegt, dass du im Vorfeld alle Hebammen kennenlernst. Zum Beispiel bei den Vorsorgeuntersuchungen.
  3. Du machst eine Hausgeburt und suchst dir eine Hebamme, die Hausgeburten anbietet. Informiere die Hebamme bei deiner Hebammensuche frühzeitig über deinen Wunsch, damit sie deine Geburt einplanen kann. Frage Sie außerdem, wie viele Geburten sie bereits begleitet hat, um Sicherheit zu gewinnen.

Weitere Infos zur außerklinischen Geburt haben wir im Artikel: Hebammenleistungen unter dem Punkt „Geburt“ zusammengefasst.  

 

Was mache ich, wenn ich keine Hebamme finde?

Bleibe am Ball. Es kommt vor, dass Hebammen „wieder frei“ werden. Zum Beispiel, wenn eine Frau eine Fehlgeburt erleiden musste. Bitte die angefragten Hebammen dich zu kontaktieren, falls doch noch ein Platz frei wird oder telefoniere die Hebammen nach einer gewissen Zeit noch mal ab. Größere Chancen eine Hebamme zu finden, hast du in Hebammenpraxen mit mehreren Hebammen.

Was du sonst noch tun kannst: Hilf mit, denn du bist nicht allein! So wie dir geht es aktuell über 4500 Frauen deutschlandweit! Der Deutsche Hebammenverband hat eine Kampagne zum Thema Unterversorgung von Schwangeren gestartet, in dem er auf die Missstände durch die schlechten Rahmenbedingungen für Hebammen aufmerksam machen will. Trage dich in die interaktive Landkarte ein und trage dazu bei, die Politik weiter auf das Problem aufmerksam zu machen. Eine andere Möglichkeit, das Thema in der Politik stärker auf die Agenda zu bringen, dein Eintrag auf lieberjens.de. Dies ist eine private Initiative einiger Aktivist*innen, die den aktuellen Zustand nicht länger hinnehmen wollen. Auf der Seite kannst du deine Probleme bei der Hebammensuche angeben, woraufhin ein teil-persönliches Schreiben an den Gesundheitsminister Jens Spahn erstellt und somit der Druck auf die Politik erhöht wird.

 

Zusammenfassung 

Suche dir so früh wie möglich eine Hebamme

Du findest Hebammen, indem du junge Mütter nach ihren Kontakten fragst, via Internet-Umkreissuche oder auf Serviceportalen wie dem des Hebammenverbands oder auf hebammensuche.de

Grenze bei der Hebammenrecherche deine Auswahl direkt passend ein, kontaktiere die Frauen und warte auf ihr Feedback

Nutze unsere Checkliste Hebammensuche, um die passende Hebamme für dich zu finden und lasse dein Bauchgefühl entscheiden

Stelle bei der Terminvereinbarung oder beim ersten Treffen fest, ob sie “die Richtige” ist

Informiere dich in unserem Special: Hebammenleistungen darüber, welche Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen dir zustehen.

Verzweifle nicht, falls du keine Hebamme findest. Bleibe am Ball, hake immer wieder nach und bitte um Rückruf, wenn ein Platz frei wird.

Online-Hebammensuche – Wo dir noch geholfen wird:

Deutscher Hebammenverband: Informiere dich auf der Imageseite des Deutschen Hebammenverbands über seine Arbeit.

Hebammensuche: Eine Übersicht zu Hebammen in deiner Nähe findest du auf Serviceportalen wie dem des Hebammenverbands oder auf hebammensuche.de.

Nächstes Thema:

Hebammenleistungen

Hebammenleistungen - Wobei dir deine Hebamme helfen kann und was die Krankenkasse zahlt

Wobei kann deine Hebamme dir eigentlich alles helfen? Und was wird von der Krankenkasse gezahlt? Lese und

Weiterlesen »

Kennst du alle deine wichtigen To Do's in der Schwangerschaft?

Hol' dir die kostenlose Checkliste: Meine To Do's in der Schwangerschaft
Zur Checkliste

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 

Madlen von 40 Wochen

 

Hallo, ich bin Madlen – Zweifach-Mama aus Leidenschaft.

Aus diesem Grund betreue ich meine Kinder (Merle *2016 und Lennard *2019) jeweils die ersten drei Jahre gemeinsam mit meinem Mann selbst.

Während meiner ersten Schwangerschaft fühlte ich mich mit dem Zusammensuchen aller Infos im Internet wie auf Glatteis. Ich freute mich sehr, als mein Arbeitgeber mir eine kleine Liste mit den wichtigsten Behördengängen und Fristen gab. Dass das jedoch längst nicht alles war und noch viel mehr Themen auf mich warten würden, stellte ich aber leider erst viel später fest. Zum Beispiel der Steuerklassen-Wechsel oder die Möglichkeit eine Haushaltshilfe zu beantragen…

Daraus reifte in mir der Entschluss, dass es nicht jeder (Erstlings-)Mutter so gehen soll. Und die Idee zu 40 Wochen war geboren. Ich freue mich so sehr, nun meine Leidenschaft mit dir und allen Müttern zu teilen und allen die es hassen, Dinge zu planen und zu strukturieren oder Checklisten anzulegen, helfen zu können. Denn das mache ich wirklich gern.

Und nun: Verirre dich nicht im Behördendschungel, sondern leg‘ die Füße hoch, feiere deine Vorfreude und sei die beste Mama für dein Baby!

Deine Madlen von 40 Wochen