Plane-deine-Traumgeburt

 

Jede werdende Mutter wünscht sich eine möglichst selbstbestimmte Geburt. Wahrscheinlich hörst du von der einen oder anderen Bekannten (auch gern ungefragt) Geschichten von plötzlichen Komplikationen, unschönen Geburtsinterventionen oder dem Notkaiserschnitt nach stundenlangen Wehen. Lass dich davon bloß nicht unterkriegen. Mach’ dir im Vorfeld schon Gedanken darüber, wie deine Wunschgeburt aussehen soll. Kenne deine Möglichkeiten. Und informiere dich vorher über die Abläufe. Dann hast du gute Karten, dass die Geburt deines Kindes nicht nur ein unvergessliches Erlebnis, sondern sogar ein magisches Ereignis wird.

Und vergiss nie:

Du erschaffst ein Leben!

 

1. Sei selbstbestimmt – Es ist deine Geburt!

In Deutschland werden bei 90% aller Geburten in einer Klinik routinemäßig Interventionen durchgeführt. Die Bandbreite reicht dabei vom prophylaktischen Legen eines venösen Zugangs über den routinemäßigen Dammschnitt bis hin zum umstrittenen “Kristellerhandgriff”, bei dem die Hebamme oder ein Arzt auf den Bauch drückt, um deinem Kind auf die Welt zu “helfen”.

Selbstbestimmt klingt anders!

Deshalb forderte der Deutsche Hebammenverband in seinem Plädoyer für eine normale Geburt bereits 2002 ein Zurückbesinnen auf den eigentlichen Sinn der Geburtshilfe. Und dieser besteht darin, die werdende Mutter INDIVIDUELL bei der Geburt zu unterstützen. Das heißt, die Hebamme erkennt am Verhalten der Frau, was ihr gut tut und was sie braucht. Werden die Wehen schwächer, so kann dies zum Beispiel eine Ruhepause sein anstatt eines Wehentropfs, der in einer Klinik aufgrund der Bestimmungen nun wahrscheinlich folgen würde.

Um deine Geburt selbstbestimmt zu gestalten, ist es wichtig zu verstehen, wie und warum die Hebammen oder die Ärzte (vor allem in den Kliniken) so handeln, wie sie es tun. Lies dies weiter unten im Vergleich der Geburtsmöglichkeiten nach. 

Außerdem solltest du ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass es sich hier um DEINE Geburt handelt, deren Ablauf DU bestimmst und nicht etwa das Klinikpersonal. Gib also nicht die Verantwortung beim Betreten des Kreißsaals an die Hebammen und Ärzte ab und überlasse dem Schicksal, was passiert.

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Madlen von 40 Wochen

Im Geburtsvorbereitungskurs meines zweiten Kindes sollten wir bei der Vorstellungsrunde kurz sagen, wo wir entbinden wollen, wie wir uns die Geburt vorstellen und wie wir uns vorbereiten.
Ich war die Erste in der Runde und berichtete voller Freude, dass ich nach dem notwendigen geplanten Kaiserschnitt meines ersten Kindes nun endlich eine selbstbestimmte Geburt im Geburtshaus haben will und mich total über diese Chance freue. Ich hatte wochenlang Bücher darüber gelesen, positive Geburtsberichte verschlungen und eine klare Vorstellung davon, was ich will und wo meine Grenzen sind. Aber vor allem wollte ich mich – schon wie bei der Geburt meiner Tochter – wieder wie eine Göttin fühlen. Denn schließlich erschuf ich ein Leben.
Am Ende der Runde war ich völlig überrascht und zutiefst erschrocken darüber, was die anderen Frauen sagten: Fast keine der Frauen hatte keine klare Vorstellung davon, wie sie gebären wollte. Sie hatten sich bisher null vorbereitet – dafür ist ja der Kurs da. Fast alle hofften, dass die Hebamme die bei der Geburt dabei sein würde ihnen sagt, was sie machen sollen. Und alle fürchteten sich sehr vor den Schmerzen.

Madlen von 40 Wochen

 

2. Werde dir klar darüber, was du willst – und was nicht

 

Wie bekomme ich Klarheit darüber, was ich will?

Manche Frauen träumten schon als Kind davon, einmal ihr Baby in einem Kornfeld – umgeben von Klatschmohn und Schmetterlingen auf die Welt zu bringen. Aber nicht alle werdenden Mütter haben so eine klare Vorstellung von Geburt. Die Voraussetzung um herauszufinden, wie du gebären willst ist, dass du alle Möglichkeiten kennst und deren Vor- und Nachteile mit deinen Vorstellungen abgleichst.

Leider bekommst du hierzu weder eine umfassende Broschüre von deiner Hebamme, deinem Frauenarzt oder sonst irgend jemandem noch zeichnen dir deine Freunde und Bekannten ein objektives Bild von Geburt. Die allermeisten Frauen kennen Geburten so, wie sie im Film dargestellt werden: Auf dem Rücken liegend im Krankenhausbett und voller Schmerz. So ist es in unserer Kultur verankert. Und so ist es für uns “normal”. Geburten finden oft so statt, wie es in der jeweiligen Kultur “gelernt” ist. Wir haben mit der Zeit gelernt, dass das Krankenhaus die sicherste Variante ist und dass man bei der Geburt eine PDA braucht. Zumindest sehen das die meisten Frauen hierzulande so.

Aber stimmt das auch für dich? Und gibt es auch Alternativen?

Informiere dich darüber, wie (positiv) Geburten sein können

Du kannst die entspannte Variante wählen und die Geburt einfach auf dich zu kommen lassen. Dann nimmst du aber in Kauf, dass dein Angstpegel mit nahendem Entbindungstermin immer mehr steigt. Und dass die Geburt genauso wird, wie du es aus den Medien und von Erzählungen kennst.

Was du dagegen tun kannst, ist, dich vorher zu informieren! 

Denn wer aufgeklärt ist, kann Ängste abbauen. Es gibt wahnsinnig viele Veröffentlichungen zum Thema Geburtsvorbereitung. Unsere Highlights stellen wir dir unter “Medienempfehlungen” vor. Hast du spezielle Ängste oder Fragen, dann wende dich an deine Hebamme.

Und besuche auf jeden Fall einen Geburtsvorbereitungskurs. Egal ob klassisch in einem Frauenkurs, einer Päarchen-Runde oder online – im Geburtsvorbereitungskurs erfährst du alle wichtigen Infos von einer Hebamme, kannst deine Fragen stellen und dir mit anderen werdenden Eltern austauschen.

3. Finde heraus, wo dein Wohlfühlort ist

Klinik, Geburtshaus oder zu Hause – Wo ist dein Wohlfühlort? Oder besser gesagt: Wo würdest du dich während der Geburt am wohlsten und am sichersten fühlen?

Die Wahl des Geburtsorts für dein Baby ist eine sehr persönliche Sache. Die allermeisten Frauen (98%) wollen auf Nummer sicher gehen und entscheiden sich für eine Geburt in der Klinik. Aber auch die Geburtshäuser haben seit Jahren einen immer stärkeren Zulauf – nicht zuletzt wegen der Hebammenknappheit in den Kliniken und dem steigenden Bedürfnis nach Well-Being während der Geburt. Und spätestens seit der Corona-Pandemie denken auch immer mehr Frauen über eine Hausgeburt nach.

Gehe am besten ganz unvoreingenommen an die Geburtsortswahl deines Kindes ran, bleibe offen und informiere dich auch hier umfassend. Wir halten das Thema für so wichtig, dass wir ihm einen eigenen Artikel widmen: Wo willst du dein Baby zur Welt bringen? Darin findest du neben allen Infos du deinen Möglichkeiten einen Vergleich zwischen Klinik, Geburtshaus und deinem Zuhause in Bezug auf Sicherheit, Individualität und Organisation. Außerdem beleuchten wir die Vor- und Nachteile der Alternativen.

4. Stelle dein Geburtsteam zusammen

Nachdem du nun gut informiert bist, setze dich noch damit auseinander, wer bei deiner Geburt mit dabei sein soll. Dein Partner? Deine Schwester (wenn du eine hast), die Mama oder nur die Hebamme? Wer darf beim großen Ereignis mit dabei sein?

Hier ein paar Fragen, die bei der Entscheidung helfen können:

  • Bei wem fühlst du dich am besten aufgehoben?
  • Wer kann dich bei der Geburt am besten unterstützen? Wichtig hierbei ist, dass du deinen Begleiter in deine Wünsche und Pläne einweihst. Während der Geburt kann er oder sie dann mit der Hebamme kommunizieren und deine Interessen vertreten, falls für dich gerade schwierig ist.
  • Wer soll das Baby nach der Geburt außer dir als Erstes in den Armen halten?

Tipp: Wenn eine Doula interessant für dich ist oder du Fragen zu den Unterschieden bei den Hebammen hast, dann lies unseren Artikel “Hebammen und Geburtshelfer”.

 

5. Manifestiere deine Traumgeburt – und bleibe locker

Du hast dich nun umfassend über deine Möglichkeiten zur Geburt informiert. Hast Bücher gelesen, Filme geschaut, Podcasts gehört, einen Geburtsvorbereitungskurs besucht und weißt, wie deine Geburt ablaufen soll und wer beim großen Ereignis an deiner Seite steht.

Herzlichen Glückwunsch! Nun bist du einige Schritte weiter. Stelle dir nun so oft wie möglich – zum Beispiel jeden Abend vor dem Schlafen gehen – vor, wie deine Traumgeburt abläuft. Lege Entspannungsmusik auf und male dir in bunten Farben aus, wie es wird. Dein Unterbewusstsein merkt sich deinen Traum und du arbeitest unbewusst auf diese Entspannung hin – auch während der Geburt.

Natürlich kann immer etwas dazwischen kommen und die Geburt kann ganz anders laufen, als du es dir vorgestellt hast.  Aber selbst wenn es anders kommt, hattest du während der Manifestation eine tolle Zeit, und dich von deinen Ängsten immer mehr gelöst.

 

 

Zusammenfassung 

Es ist DEINE Geburt. Auch wenn du vorher nicht bis ins Detail wissen kannst, wie sie verlaufen wird, kannst du sie eigenverantwortlich gestalten. Kenne deine Möglichkeiten!

Finde heraus, was du bei deiner Geburt willst und was du nicht willst. Es gibt wahnsinnig viel Literatur hierzu und auch tolle Filme und Podcasts! Unsere Auswahl findest du unter Medienempfehlungen. Und besuche einen Geburtsvorbereitungskurs.

Finde heraus, wo du entbinden möchtest. Bleibe offen und ziehe auch Alternativen zum Krankenhaus in Betracht. Wie du das machen kannst, liest du im Artikel Wo willst du dein Baby zur Welt bringen? nach.

Überlege, wer bei deiner Geburt unbedingt dabei sein muss und stelle dein Geburtsteam zusammen.

Manifestiere deine Traumgeburt und bleibe entspannt.

Nächstes Thema:

Wähle den Geburtsort für dein Baby aus​

Möchtest du in einer Klinik entbinden, dein Kind lieber im Geburtshaus zur Welt bringen oder planst du eine Geburt zu Hause? In diesem Artikel sagen wir dir, welche Möglichkeiten dir die jeweiligen Einrichtungen bieten. Wir vergleichen sie bezüglich Sicherheit, Individualität und Organisation und stellen vor, welche Vor- und Nachteile es gibt. Denn nur wer richtig informiert ist, kann die beste Entscheidung treffen!

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Madlen von 40 Wochen

 

Hallo, ich bin Madlen – Zweifach-Mama aus Leidenschaft.

Deshalb betreue ich meine Kinder (Merle *2016 und Lenny *2019) jeweils die ersten drei Jahre selbst zusammen mit meinem Mann. Während meiner ersten Schwangerschaft fühlte ich mich mit dem Zusammensuchen aller Infos im Internet wie auf Glatteis. Also freute mich sehr, als mein Arbeitgeber mir eine kleine Liste mit den wichtigsten Behördengängen und Fristen zur Verfügung stellte. Dass das jedoch längst nicht alles war und noch viel mehr Themen auf mich warten würden (wie zum Beispiel den Steuerklassenwechsel oder die Möglichkeit eine Haushaltshilfe zu beantragen), stellte ich aber leider erst viel später fest. Deshalb reifte in mir schnell der Entschluss, dass es nicht jeder (Erstlings-)Mutter so gehen soll. So wurde die Idee zu 40 Wochen geboren. Ich freue mich so sehr, nun meine Leidenschaft mit dir und allen Müttern zu teilen. Und allen die dies hassen, Dinge zu planen und zu strukturieren oder Checklisten anzulegen (denn das mache ich wirklich gern), helfen zu können. Und nun: Verirre dich nicht im Behördendjungel, sondern leg‘ die Füße hoch, feiere deine Vorfreude und sei die beste Mama für dein Baby!

Deine Madlen von 40 Wochen